Icinga mit IcingaDB auf RHEL 10.1 installieren

30 April, 2026

Dirk Wening
Dirk Wening
Technical Writer

Dirk arbeitet seit Januar 2025 bei NETWAYS als Junior Consultant im Zuge seiner Umschulung zum Fachinformatiker für Systemintegration. Aktuell arbeitet er in der Abteilung  NETWAYS Professional Services und strebt nach seiner Umschulung eine Übernahme zum Consulting-Team an. In seiner Freizeit unternimmt er sehr viel mit seiner Tochter oder spielt American Football.

von | Apr. 30, 2026

Dieser Eintrag ist Teil 4 von 4 in der Serie Grundinstallation Icinga

Zuletzt aktualisiert: 30.04.2026

Diese Anleitung führt dich durch die vollständige Installation von Icinga 2 mit IcingaDB auf Red Hat Enterprise Linux 10.1 – von der Repository-Einrichtung bis zum laufenden Monitoring-Stack. Du bekommst einen sauber aufgesetzten Icinga-Stack mit IcingaDB als modernem Daten-Backend.

Schritt-für-Schritt Anleitung zur Installation von Icinga und IcingaDB auf RHEL 10.1

Ein wichtiger Hinweis vor dem Start: Die offiziellen RHEL Repositories von Icinga sind Teil der Icinga Repository Subscription. Ohne einen offiziellen Zugang ist die Installation von Icinga auf RHEL-basierten Systemen nicht möglich! Um Zugang zu erhalten, ist ein Abo bei Icinga nötig.

Alle Infos sowie Kontaktmöglichkeiten zum Thema findest du auf der Homepage von Icinga: https://icinga.com/pricing/

Voraussetzungen für die Installation

Bevor es losgeht, sollten folgende Punkte erfüllt sein:

  • Betriebssystem: RHEL 10.1
  • Du hast das Recht Sudo-Benutzer zu sein
  • Zugriff auf eine SQL-Datenbank (ich verwende hier MariaDB)
  • Eine Internetverbindung auf dem Server
  • Eine aktive Icinga Repository Subscription

Schritt 1: Repository hinzufügen und Pakete installieren

Starte mit folgendem Befehl:

rpm --import https://packages.icinga.com/icinga.key
wget https://packages.icinga.com/subscription/rhel/ICINGA-release.repo -O /etc/yum.repos.d/ICINGA-release.repo

Ist der Befehlsblock erfolgreich beendet, musst du /etc/yum.repos.d/ICINGA-release.repo mit deinen Icinga Subscription Repository Zugangsdaten editieren.

dnf repolist

Mit diesem Befehl werden alle Repos aktiviert. Es kann passieren, dass dir angezeigt wird, dass dein System noch nicht registriert ist. Sollte dies der Fall sein, keine Panik!

subscription-manager register --username=DeinRedHatBenutzername --password=DeinRedHatPassword

Im Anschluss kannst du nun Icinga2 installieren, führe hierzu einfach den folgenden Befehl aus.

dnf install icinga2

systemctl enable icinga2

systemctl start icinga2

icinga daemon -C 

dnf install icinga2-selinux

Schritt 2: Aktivieren der Icinga API und installation Monitoring Plugins

Nun benötigst du ein externes Check Plugin, da Icinga keine von Haus auf integriert hat. Somit kannst du deine Daten sammeln und auswerten.

dnf install nagios-plugins

Falls du dich fragst, wieso Icinga Plugins für Nagios verwendet: Historisch ist Icinga 2 aus Nagios entstanden. Die Pluginsammlung funktioniert auch bei weiteren, auf Nagios basierenden Monitoring-Systemen.

Um mit Icinga zu interagieren, muss die Icinga API eingerichtet werden. Das lässt sich problemlos mit dem entsprechenden Icinga 2 Befehl anstoßen:

icinga2 api setup

systemctl restart icinga2

Damit die API von Icinga2 angesprochen werden kann, wird in /etc/icinga2/conf.d/api-users.conf ein API-User generiert mit einem zufälligen Passwort.

Schritt 3: IcingaDB einrichten

IcingaDB basiert auf einem Redis-Server. Um Probleme bei der Serverkonfiguration zu vermeiden, stellt das Icinga-Team ein spezielles Redis-Paket bereit: icindadb-redis enthält eine aktuelle Redis-Version und ist optimal auf die Anforderungen von Icinga DB abgestimmt. So installierst du es:

dnf install icingadb-redis

Der Redis-Server kann grundsätzlich überall in einer Icinga-Umgebung installiert werden. Für die Best-Practice-Empfehlung solltest du ihn jedoch auf dem zentralen Icinga-Node platzieren, um die Latenz möglichst gering zu halten.

Falls in deiner Infrastruktur bereits ein konfigurierter Redis-Server vorhanden ist, kannst du diesen nutzen. Dies erfordert jedoch Anpassungen, weshalb das spezielle Icinga-Paket empfohlen wird.

Schritt 4: Aktivieren des Redis

Durch die installation von icingadb-redis werden automatisch alle benötigten Systemdateien angelegt. Das ermöglicht dir, den Service direkt zu aktivieren und zu starten.

systemctl enable --now icingadb-redis

Standardmäßig lauscht icingadb-redis nur auf 127.0.0.1, also auf localhost. Damit du in Zukunft auch weitere Nodes einbinden kannst, ändere die folgende Konfigurationsdatei: /etc/icingadb-redis/icingadb-redis.conf

In dieser Datei passt du am besten den Punkt „bind“ an.
bind 127.0.0.1 wird bind 0.0.0.0
Somit können alle Interfaces auf den Redis zugreifen.

systemctl restart icingadb-redis

Aktiviere das Feature in Icinga 2, um die Datenweitergabe an Redis zu aktivieren. Durch einen Neustart des gesamten Icinga-Service werden alle in diesem Schritt getätigten Änderungen verifiziert.

icinga2 feature enable icingadb
systemctl restart icinga2

Sicherheitshinweis: Redis hat standardmäßig keine aktive Authentifizierung. Wenn du bind auf 0.0.0.0 änderst, kann dies unbefugten Zugriff ermöglichen, falls dein System extern kommuniziert. Um diese Sicherheitslücke zu schließen, ist es ratsam, verschiedene Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.
Das umfasst:

  • ein Passwort einrichten
  • Firewall-Regeln aufstellen oder
  • TLS einrichten

In diesem Guide wird jedoch darauf verzichtet, um die Verständlichkeit zu verbessern und den Umfang zu reduzieren. Es wird jedoch dringend empfohlen, auch diese Anpassungen nachträglich vorzunehmen.

Schritt 5: icingaDB installieren und Datenbank erstellen

Nach der Aktivierung von IcingaDB als Feature in Icinga dient dieser Schritt dazu, das Paket auf deinem System zu installieren.

dnf install icingadb

Um die von Icinga2 gesammelten Daten zu verwenden, lege eine Datenbank an. In unserem Beispiel verwende ich MariaDB. Der Befehl bleibt in MySQL derselbe.

Wenn du PostgreSQL nutzt, findest du den entsprechenden Befehl in den offiziellen Icinga-Docs.

mysql -u root -p
CREATE DATABASE icingadb;
CREATE USER 'icingadb'@'localhost' IDENTIFIED BY 'DeinSicheresPasswort';
GRANT ALL ON icingadb.* TO 'icingadb'@'localhost';

Somit hast du die Datenbank und den Datenbank-Nutzer erfolgreich angelegt. IcingaDB stellt zudem ein Datenbankschema zur Verfügung, das nun importiert wird:

mysql -u root -p icingadb </usr/share/icingadb/schema/mysql/schema.sql

Schritt 6: Zugriffsberechtigungen anpassen

Die Installation von Icinga DB legt unter /etc/icingadb/config.yml eine mit Standardwerten ausgefüllte Konfigurationsdatei an. In diese Datei müssen nun die Zugangsparameter der Datenbank und Redis eingetragen werden, um eine Kommunikation aller Komponenten möglich zu machen.

Folgende Parameter müssen überprüft und ggf. angepasst werden:

Für die Datenbank:

  • host mit dem entsprechenden Hostname/Host-IP deiner Datenbank
  • database mit dem Namen deiner Datenbank (in diesem Guide icingadb)
  • user mit dem Namen deines Datenbanknutzers
  • password mit dem Passwort, dass du für deine Datenbank vergeben hast

Für Redis:

  • host mit dem entsprechenden Hostname/Host-IP deiner Redis Instanz
  • Wenn du während der Installation deines Redis-Servers den port geändert oder ein password gesetzt hast, musst du dies hier ebenfalls eintragen

Sobald diese Änderungen abgeschlossen sind, kann der Icinga DB Service aktiviert werden:

systemctl enable --now icingadb

Schritt 7: Node Wizard

Der Node Wizard hilft dir dabei, deine Zonen einzustellen und die Endpunkte deines Icinga-Monitorings festzulegen. Hierfür nutzt du:

icinga2 node wizard

Folgende Punkte werden interaktiv abgefragt:

  • Is this agent/satellite setup? –> Hier ’n‘ eingeben und mit Enter bestätigen
  • Specifiy common name (FQDN of your master) –> Nichts eingeben und mit Enter bestätigen
  • Master zone name –> Nichts eingeben und mit Enter bestätigen
  • Specify additional global zones –> Nichts eingeben und mit Enter bestätigen
  • Specify API bind host/port –> Nichts eingeben und mit Enter bestätigen
  • Bind Host –> Nichts eingeben und mit Enter bestätigen
  • Bind Port –> Nichts eingeben und mit Enter bestätigen
  • Disable inclusion of conf.d directory –> Nichts eingeben und mit Enter bestätigen

Um nun die Konfiguration zu verifizieren und anschließend Icinga2 neu zu laden:

Icinga2 daemon -C
systemctl reload icinga2

Herzlichen Glückwunsch, du hast Icinga2 mit IcingaDB auf RHEL 10.1 erfolgreich installiert!

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