Foreman 5.0

27 August, 2026

Dirk Götz
Dirk Götz
Manager Trainees

von | Aug. 27, 2026

Zuletzt aktualisiert: 27.08.2026 · Lesezeit: 7-8 Minuten

Mit Foreman 5.0 steht demnächst ein neues Major-Release an. Da mit dem ersten Release-Kandidaten nun schon ziemlich genau gesagt werden kann, was alles passiert, ist es an der Zeit, mal einen Blick darauf zu werfen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Versionssprung von 3.19 auf 5.0 bringt keine Änderungsflut, sondern vereinheitlicht die Versionierung von Foreman und Katello.
  • Foreman 5.0 unterstützt Ruby 3.0 bis 3.3; ein Wechsel auf Rails 7.1 ist in Vorbereitung, hängt aber an EL 9 und Ubuntu 22.04.
  • Der neue Installationsweg foremanctl setzt auf Ansible und Podman-Quadlet statt auf den klassischen Puppet-Installer.
  • OpenVox ersetzt Puppet schrittweise – ab Foreman 5.2 wird Puppet komplett entfernt.
  • Fünf CVEs wurden geschlossen, davon vier bereits auf ältere Versionen zurückportiert.

Versionssprung auf 5.0

Das Auffälligste ist der Sprung von 3.19 auf 5.0.

Doch hier muss niemand Angst davor haben, dass eine Unmenge Änderungen über ihn hereinbricht. Zwar lässt sich der Versionswechsel auch durch Features begründen, aber er dient vor allem der Vereinheitlichung der Versionierung bei Foreman und Katello.

Katello hatte als separate Lösung begonnen bevor es dann in heutiger Form als Plugin für Foreman umgesetzt wurde. Dadurch gab es schon immer unterschiedliche Versionen, sodass es kompliziert war, das entsprechende Mapping im Kopf zu behalten und zu wissen, was zusammengehört. Da die Teams und damit die Entwicklung in den letzten Jahren immer mehr zusammengewachsen sind, soll die zukünftige, einheitliche Versionierung, die mit Foreman 5.0 startet, dem Rechnung tragen.

Unterstützung neuer Ruby-Versionen

Ein Problem, unter dem Enterprise-Software oft leidet, ist die komplexe Matrix der zu unterstützenden Versionen. Dies hat bei Foreman lange die Entwickler ausgebremst. Da aufgrund der Unterstützung von Enterprise Linux Version 8 sehr alte Versionen von Ruby unterstützt werden mussten. Erst mit dem Wegfall des Supports für die alte Betriebssystem-Version konnte die Entwicklung vorangetrieben werden und mittlerweile wird Ruby 3.0 bis 3.3 unterstützt.

Damit ist der Grundstein gelegt, um die Ruby-on-Rails-Version ebenfalls anzuheben. Jedoch würde der nächste Schritt auf Version 7.1 bereits bedeuten, die Unterstützung für Ruby 3.0 aufzugeben. An dieser hängt aktuell noch Ubuntu 22.04 und EL 9.

Gerade Letzteres ist für einen Großteil der Benutzer, inklusive vieler unserer Kunden, wichtig. Deswegen werden hier aktuell noch zwei Optionen für die weitere Entwicklung evaluiert. Das wäre die Nutzung von Ruby 3.1 aus einem Modul statt der Standard-Version 3.0 oder die Migration auf EL 10 auch für die Installation über den Installer. Letztere ist eigentlich nicht vorgesehen, da das Ziel ein Wechsel zu einer containerbasierten Installation ist. Dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Unterstützte Betriebssysteme im Überblick

Bevor ich aber auf die Container-basierte Installation eingehe, will ich noch kurz darauf hinweisen, welche Versionen der verschiedenen Distributionen mit der kommenden Foreman-Version unterstützt werden.

Stand jetzt wird zusätzlich zu EL 9 auch Support für EL 10 kommen, aber nur für den neuen Installationsweg. Bei Ubuntu wird weiterhin 22.04 unterstützt. Noch fehlen die Pakete für 24.04, sollen aber bis zum finalen Release verfügbar sein. Das wird dann auch der Zeitpunkt zum Upgrade sein, da mit 5.1 die Unterstützung für 22.04 wegfallen soll. Obwohl noch im Handbuch auf der offiziellen Seite zu finden, wird Debian 11 schon länger nicht mehr unterstützt, sondern nur noch Debian 12.

Unterstützung für Debian 13 könnte dazu kommen, aufgrund von Kapazitäten liegt die Priorität aktuell auf der Container-basierten Installation und der Paketierung für Ubuntu 24.04.

Container-basierte Installation

Viel Entwicklungsaufwand konzentriert sich aktuell auf den neuen Installationsweg mit foremanctl. Dieses soll den bestehenden Installer ersetzen und Foreman in die Container-Welt verfrachten. Aktuell bietet eine solche Installation noch nicht die gleichen Möglichkeiten wie bisher. Doch quasi täglich wird der Unterschied kleiner, auch wenn manches zukünftig einfach nicht mehr unterstützt werden wird.

Das neue Kommando foremanctl setzt auf Ansible, statt wie der bisherige Installer auf Puppet bzw. OpenVox. Damit werden Container heruntergeladen, konfiguriert und gestartet. Die Verwaltung erfolgt dann mit Podman-Quadlet, welches Systemd-Units für die Container anlegt. Dadurch fühlt es sich an, als würde man weiterhin mit nativ auf dem System installierten Diensten arbeiten.

Aktuell setzt das Projekt bei den Containern noch auf eine Installation aus den Paketen, wodurch sichergestellt ist, dass sich Foreman unabhängig vom Installationsweg gleich verhält. Erst wenn der Wechsel des Installationswegs vollständig abgeschlossen ist, soll auf den Zwischenschritt der Paketierung verzichtet werden. Die Container nutzen bereits jetzt zum Teil EL 10 und sollen sukzessive alle darauf umgestellt werden, was zur Folge hat, dass die Hardware-Architekture x86_64_v3 benötigt wird.

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Was schon funktioniert, was noch nicht

Noch wird nur das Szenario Katello auf einem Enterprise Linux unterstützt. Ein Foreman ohne Katello oder Betrieb auf Ubuntu sollen aber noch kommen. An der Unterstützung aller Features wird gearbeitet, wobei Kernfunktionalitäten wie das Softwaremanagement mit Katello oder die Orchestrierung durch Remote Execution bereits funktionieren.

Die Integration gemanagter Dienste stellt dabei die größte Herausforderung dar und wird zukünftig wohl auf Dienste beschränkt, die über eine entsprechende API verfügen. Außerdem wird die Option, diese durch den Installer mitinstallieren zu lassen, wegfallen. Das bedeutet, dass beispielsweise ein DHCP-Server bei Bedarf separat installiert und vorbereitet werden muss.

OpenVox statt Puppet

Ein Beitrag der Voxpopuli-Community ist die Migration von Puppet zu OpenVox. Nachdem Perforce die Veröffentlichung von Puppet als Open Source effektiv Anfang 2025 eingestellt hat, ist die Nutzung von Puppet nicht mehr empfehlenswert. Unter OpenVox pflegt nun die Community einen Fork weiter, welcher auch bereits durch Foreman gut unterstützt wird. Kleinere Baustellen sind noch offen und sollen spätestens mit Foreman 5.1 auch noch geschlossen werden. Mit 5.2 soll dann die Unterstützung von Puppet vollständig entfernt werden, so dass nur noch OpenVox unterstützt wird.

Headline-Feature

Neben den ganzen Entwicklungen, die das Projekt vorantreiben, wurde auch einiges an Bugfixing und Feature-Entwicklung getrieben. Im Rahmen der Containerisierung wurde von Redis auf Valkey umgestellt, was in diesem Bereich wieder eine Weiterentwicklung möglich macht. Die Entwicklung für das Frontend wird durch die Unterstützung von TypeScript vereinfacht und die Konfiguration durch die Verwendung eines Konfigurationsverzeichnisses.

Die Sicherheit wurde erhöht, indem Zugriffe mit falschem Host-Header automatisch verboten werden und die TLS-Konfiguration des Smart-Proxy sowohl vereinfacht als auch auf Enterprise-Linux-Systemen auf die System-Policy umgestellt wurden. Bei beidem handelt es sich aber um einen Breaking Change der zu beachten ist.

An der Container-Registry von Katello wurde gearbeitet und die ersten Schritte um das Feature „Dependency Solving“ zu entfernen wurden getan, da dieses oftmals zu Fehlern geführt hat.

Zusätzlich hat für mich die Erwähnung als Headline-Feature verdient, dass die Modernisierung der Oberfläche mit der Migration auf das Design Patternfly 5 gut voranschreitet.

Geschlossene CVEs

Keine Software ist ohne Fehler und so müssen auch bei Foreman ein paar Sicherheitslücken geschlossen werden.

Die folgenden CVEs wurden bereits auf ältere Versionen zurückportiert und auch dort gefixt:

  • CVE-2026-5138 erlaubte den Zugriff eines Benutzers mit Rechten einen Host zu editieren auf eine fremde Organisation um Informationen abzufragen.
  • CVE-2026-5135 ging noch weiter und erlaubte einem Benutzers mit Rechten einen Host zu editieren Parameter an einem Host einer fremden Organisation zu setzen oder verändern.
  • CVE-2026-5142 erlaubte entsprechenden Benutzern den Zugriff auf einen privaten Schlüssel, der einer Compute Resource einer fremden Organisation zugeordnet ist.
  • CVE-2026-5136 erlaubte einem Benutzer mit dem Recht Benutzergruppen zu pflegen auch deren Rechte zu verändern, um damit sogar Admin-Rechte zu erlangen.

Neu ist nur der folgenden CVE, der gefixt wurde:

  • CVE-2026-12515 erlaubt einem Benutzer der Produkte editieren darf den lesenden Zugriff auf Repositories außerhalb dieser Produkte.

Fazit zu Foreman 5.0

Auch wenn die Version auf Foreman 5.0 springt, handelt es sich eher um eines normales Update. Allerdings wird hier viel Entwicklung weitergetrieben, die für die Zukunft des Projekts wichtig ist. Es lohnt sich auf alle Fälle die unterstützten Betriebssystem-Versionen im Auge zu behalten und in der Update-Strategie zu berücksichtigen. Auch die Entwicklung rund um die Container-basierte Installation sollte im Auge behalten werden.

Aber nicht nur das Projekt entwickelt sich weiter, es muss auch der Entwicklung im Ökosystem Rechnung tragen. Dabei ist OpenVox vielleicht das offensichtlichste, aber auch der DHCP-Server KEA soll zukünftig unterstützt werden oder die Installationsmethode bootc das Provisioning vereinfachen.

Wir beraten und unterstützen wie immer gerne, wenn bei einem Update auf die neue Version Hilfe benötigt wird. Aber auch mit anderen Themen rund um Foreman, Katello oder Ansible kannst du dich gerne bei uns melden!

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